Junge Frau ist in der Stadt unterwegs und isst einen Salat.

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Herstellung

Convenience Food – das steckt wirklich dahinter

Wussten Sie, dass auch Reis und Nudeln zu Convenience-Lebensmitteln zählen? Oder dass immer mehr Menschen zu „Chilled Food“ aus dem Kühlregal greifen? Wir haben die wichtigsten Fakten und Trends für Sie im Überblick.

Beim Einkaufen ist uns vielfach gar nicht bewusst, dass wir Convenience-Produkte wählen. Oder haben Sie etwa daran gedacht, als das letzte Mal Nudeln, Reis, Mehl oder Müsli in Ihrem Einkaufswagerl landeten? Convenience Food umfasst weit mehr als das klassische Fertiggericht: Frischgekühlte Zutaten und Speisen zählen ebenso dazu wie Tiefkühlkost, Konserven, Trockenprodukte, sterilisierte, pasteurisierte oder auf andere Weise haltbar gemachte Produkte. Ihr gemeinsamer Nenner: Sie lassen sich einfach und schnell zubereiten oder gleich genießen.

Was versteht man eigentlich unter Convenience Food?

Convenience Food ist ein aus dem Englischen entlehnter Begriff für „bequemes Essen“. Convenience-Lebensmittel sind vorbehandelt und durch bestimmte Verfahren haltbar gemacht. Dadurch lassen sie sich einfacher zubereiten oder verzehren. Je nach Verarbeitungsstufe unterscheidet man zwischen teilfertigen und verzehrfertigen Lebensmitteln (Fertiggerichten). Die meisten davon sind Zwischenprodukte und Zutaten, die Ihnen als Konsumentin oder Konsument die Zubereitung erleichtern.

Von küchenfertig bis tischfertig: Die fünf Fertigungsstufen

Die Palette von Convenience Food reicht vom geputzten und gewaschenen Gemüse über vorgeschnittenen Käse bis zum essfertigen Dessert. Je mehr Arbeitsschritte der Lebensmittelhersteller bereits erledigt hat, desto weniger Aufwand fällt in der Küche an. Je nach Verarbeitungsgrad unterscheidet das Deutsche Bundeszentrum für Ernährung fünf Fertigungsstufen: küchenfertig, garfertig, aufbereitfertig (mischfertig), regenerierfertig (zubereitungsfertig) und verzehr- oder tischfertig.

Küchenfertige Lebensmittel wie zerlegtes Fleisch müssen vor dem Garen noch vorbereitet – also zum Beispiel gewürzt oder paniert – werden. Im Gegensatz dazu sind verzehrfertige Speisen wie Fruchtjoghurt sofort genießbar. Nicht nur private Verbraucherinnen und Verbraucher, sondern auch Gastronomen sowie Betriebe zur Gemeinschaftsverpflegung nutzen in vielen Fällen Convenience-Lebensmittel. Sie sparen damit bei der Zubereitung Zeit und können ihren Gästen eine Vielzahl an unterschiedlichen Speisen anbieten.

Die fünf Convenience-Stufen

Österreicher greifen gern zu Vorgeschnittenem

In Österreich sind Convenience-Lebensmittel beliebter denn je. Immer öfter werden Produkte gekauft, die rasch und einfach genossen werden können. Dazu zählen bereits aufgeschnittene Waren wie Käse, Wurst und Schinken in der Selbstbedienung. Neben Fleischteilen für die schnelle Küche ist auch der Absatz an vorbereitetem Gemüse in den vergangenen Jahren gestiegen. Für frische Lebensmittel und Fertigprodukte geben die Österreicherinnen und Österreicher monatlich rund 140 Euro aus. Etwa ein Zehntel davon – also rund 13 Euro – werden in klassisch als Fertiggerichte bezeichnete Lebensmittel wie Pizza investiert. Das ergab die Befragung der AMA-Marketing unter 2.800 Haushalten im Jahr 2016.

Die Gründe für die Nachfrage liegen auf der Hand: Viele Menschen haben oft wenig Zeit zum Kochen, die Anzahl der Singlehaushalte nimmt zu, ebenso der schnelle Snack zwischendurch. Vorbereitete Produkte sparen Zeit und Aufwand in der Zubereitung. Dazu kommen gleichbleibende Rezepturen, hohe Qualitätsstandards und praktische Portionsgrößen. Zudem sind dadurch saisonale Lebensmittel rund ums Jahr – also auch außerhalb ihrer Kernzeit – verfügbar.

Im Trend: Chilled Food und Fresh Cut

Heute ist die Palette an Convenience-Lebensmitteln vielfältig wie noch nie, und sie wird laufend mit neuen Angeboten erweitert. Ein Beispiel sind Chilled-Food-Produkte – frische Speisen oder Smoothies aus dem Kühlregal. Diese Lebensmittel sind in unterschiedlichem Grad vorverarbeitet – gewaschen, geschält, gewürzt, zusammengestellt, vorgegart, verpackt. Sie werden auf 0 bis 8 Grad Celsius heruntergekühlt. Das Besondere: Chilled Food ist frisch und kann sofort oder nach kurzer Erwärmung verzehrt werden.

Zunehmend gefragt ist auch der bequeme Genuss von Obst und Gemüse: Hinter sogenannten Fresh-Cut-Produkten stehen beispielsweise vorgeschälte Früchte, Gemüsehäppchen oder verzehrfertige Salate. Auch Fertig-Würzmischungen aus dem Trockenproduktsortiment erfreuen sich hoher Beliebtheit. Dazu kommt der Trend zu Gesundheit, Wellness und Bio – auch Convenience-Kundinnen und -Kunden legen zunehmend Wert auf naturbelassene Zutaten.

  • Menn, Carmen: Convenience-Lebensmittel. Auf bzfe.de (abgerufen am 24. August 2017)
  • RollAMA – rollierende Agrarmarktanalyse der AMA-Marketing für 2016. Basis: Ausgaben von rund 2.800 Haushalten für frische Lebensmittel und Fertiggerichte, ausgenommen Brot und Gebäck
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