Mineralwässer auf einem Tisch: Der österreichische Mineralwassermarkt hat sich positiv entwickelt.

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Industrie

Wissenswertes über Österreichs Mineral­wasser­markt

Im Durchschnitt konsumiert ganz Österreich etwa 81 Liter Mineralwasser pro Kopf im Jahr. Abgesehen von Einbußen durch Corona entwickelte sich der heimische Mineralwassermarkt positiv. Mineralwasser ohne Kohlensäure wird immer beliebter.

Egal ob zum Essen, beim Sport oder unterwegs: Mineralwasser ist ein beliebter Begleiter im Alltag vieler Österreicherinnen und Österreicher. Der natürliche Durstlöscher ist als Alternative zu kalorienhaltigen Getränken gefragt. Aber nicht nur hierzulande erfreut sich das quellfrische Wasser großer Beliebtheit. Auch außerhalb der Landesgrenzen wird heimisches Mineralwasser getrunken.

Rückblick 2021: 663 Millionen Liter Konsum im Inland

Im Jahr 2021 wurden in Österreich rund 663 Millionen Liter Mineralwasser konsumiert. Das entspricht der Wassermenge eines kleinen Sees. „Die Österreicher sind Mineralwasserfans“, erklärt Herbert Schlossnikl, Sprecher des Forums Natürliches Mineralwasser. „Geschätzt werden vor allem der erfrischende Charakter, die natürliche Mineralisierung, die ursprüngliche Reinheit und das Fehlen von Kalorien“. Natürliches Mineralwasser ist zudem ein regionales Produkt: Das spiegelt sich im spezifischen Geschmack und den Inhaltsstoffen sowie der jeweiligen ernährungsphysiologischen Wirkung wider.

Aufgrund der Coronakrise fielen wie schon 2020 die Gastronomie, der Tourismus und die Eventbranche zeitweilig als große Abnehmer aus. Dadurch war die Absatzmenge niedriger als in den Jahren zuvor. Dennoch ist und bleibt natürliches Mineralwasser der Durstlöscher Nummer Eins: Pro Kopf und Jahr trinken wir etwa 81 Liter – den Großteil davon in den heißen Sommermonaten. Zumeist wird das Mineralwasser pur konsumiert, aber auch in Mixgetränken wird es gerne verwendet.

Im Trend: Stilles Wasser und Mineralwasser „to go“

Manche mögen es prickelnd, andere bevorzugen ihr Wasser still. In den vergangenen Jahren wird Mineralwasser ohne Kohlensäure bei den österreichischen Konsumentinnen und Konsumenten immer beliebter. Das bestätigen die Zahlen des Forum Natürliches Mineralwasser für 2021: Beim Absatz liegt prickelndes Mineralwasser mit 56 Prozent nach wie vor an erster Stelle, gefolgt von stillem Wasser sowie Wasser mit wenig CO2 (je 22 Prozent). Seit 2001 hat sich der Absatz von stillem Mineralwasser fast verfünffacht.

Ein weiterer Trend ist Mineralwasser „to go“. Ob in der Freizeit, beim Sport oder zum Businesstermin: Immer häufiger ist die eigene Mineralwasserflasche mit dabei. Nach den coronabedingten Lockdowns – in denen die Menschen weniger unterwegs waren – ist der praktische Begleiter wieder gefragt. Auch bei den leichten 0,5-Liter-Flaschen wird immer häufiger zu Mineralwasser mit wenig oder ohne Kohlensäure gegriffen.

Mineralwassermarkt Österreich: So viel wird konsumiert

Ob prickelnd oder still: Mineralwasser ist auch in Zeiten der Coronapandemie als Durstlöscher gefragt. Das untermauern die Zahlen des Getränkeverbands zum Pro-Kopf-Verbrauch von Mineralwasser im Jahresvergleich.

Export: Österreichisches Mineralwasser international geschätzt

Auch außerhalb unserer Landesgrenzen schätzt man das streng kontrollierte Naturprodukt. Mehr als 95 Millionen Liter gingen 2021 ins Ausland. Besonders beliebt ist Mineralwasser aus Österreich in unseren Nachbarländern. Die stärksten Exportmärkte sind Deutschland, die Slowakei sowie die USA. Auch der Import von Mineralwasser spielt eine Rolle am heimischen Markt. Im Jahr 2021 wurden mehr als 63 Millionen Liter Mineralwasser eingeführt – überwiegend aus Deutschland, Italien und Slowenien.

Nachhaltig: Glas und rePET sowie Mehrwegsysteme

Die österreichischen Mineralwasserhersteller setzen sich für nachhaltige Verpackungen und Kreislaufwirtschaft ein. Aktuell wird Mineralwasser in Glas- und PET-Flaschen angeboten. Der Recyclatanteil der PET-Flaschen wird laufend erhöht, was sich positiv auf die Ökobilanz der Flaschen auswirkt. Viele Unternehmen haben schon Verpackungen am Markt, die komplett, also zu 100 Prozent, aus recycliertem Material, sogenanntem rePET, bestehen.

Weitere Beispiele für das Engagement der Branche sind Glas- und PET-Mehrwegsysteme. Mehrweg-Glasflaschen können beispielsweise bis zu 40-Mal wiederbefüllt werden. Beim Reinigungsprozess wird besonderer Wert auf die effiziente Wassernutzung gelegt. Auch bei der Abfüllung der Mineralwässer steht der Klimaschutz im Zentrum. Die Mineralwasserunternehmen arbeiten laufend daran, die CO2-Emissionen weiter zu senken: zum Beispiel mit dem Einsatz von Strom aus erneuerbarer Energie.

Gefragt: Mineralwassersommelier-Ausbildung

Die Mineralwasserbranche fördert das Know-how zu ihren Produkten. Seit 2019 gibt es in Österreich eine Mineralwassersommelier-Ausbildung. Die zertifizierten Sommeliers und Sommelièren beraten Kundinnen und Kunden aus der Gastronomie, dem Getränkehandel oder der Ernährungsberatung, über die Vielfalt, die speziellen Eigenschaften und Qualitäten der verschiedenen Mineralwässer.

In der Ausbildung lernen sie, die Geschmacksnuancen zu unterscheiden. Zudem sammeln sie viel Wissen – beispielsweise zu Ernährungsphysiologie, dem weltweiten Wassermarkt, Gastronomieregeln, Hydrogeologie, Qualitätstests oder „food pairing“ (also zu Speisen und anderen Getränken passenden Mineralwässern).

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