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Verantwortung

Vorhang auf: Drei Initiativen, die Ressourcen schonen

Welchen Beitrag leistet die Lebensmittel­industrie zu Energie­effizienz und Klima­schutz? Das zeigen drei Beispiele: Nach­haltige Gestaltung von Getränke­verpackungen, Wieder­verwertung von Kunststoff-Flaschen und klima­schonende Produktion.

Vom Recycling von PET-Flaschen über die Optimierung von Verpackungen bis zu Solarmodulen auf Dächern: Bei der Produktion von Nahrungsmitteln und Getränken ist Ressourcenschonung ein heißes Thema. Zum einen, um die Umwelt und bedrohte Ökosysteme für die Nahrungsmittelversorgung der Zukunft zu schützen. Zum anderen, um Kosten zu senken und damit die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern. Wir stellen Ihnen hier beispielhaft drei Initiativen vor.

PET to PET: Von der Flasche in die Flasche

Im Jahr 2017 feierte ein wegweisendes Projekt sein 10-Jahres-Jubiläum: die PET to PET Recycling-Anlage im burgenländischen Müllendorf. Mit modernen, energie- und materialschonenden Verfahren wird hier aus alten Kunststoff-Flaschen wertvolles Ausgangsmaterial für neue Flaschen hergestellt. Jährlich durchlaufen rund 21.900 Tonnen gebrauchte Getränkeflaschen den europaweit beachtlichen Recycling-Kreislauf.

Mehr als zwei Drittel der PET-Flaschen in Österreich werden recycelt. Rund ein Drittel jeder neuen Flasche besteht bereits aus wiederverwertetem Material – Tendenz steigend. So stellen große Unternehmen aus der österreichischen Getränkeindustrie sicher, dass die Kunststoffbehälter sinnvoll wiederverwertet werden. Jene Recyklate, die nicht den strengen Qualitätskriterien für Lebensmittelverpackungen entsprechen (also nicht für PET-Flaschen oder andere Lebensmittelverpackungen verwendet werden können), werden zu Fleecepullovern, Folien oder Dämmstoffen weiterverarbeitet. Erfahren Sie hier mehr zum Prozess: Bottle-to-Bottle-Kreislauf.

CO₂-Reduktion: Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen

Ein anderes Beispiel ist die Nachhaltigkeitsagenda für Getränkeverpackungen. Rund 1.000 Akteure der österreichischen Getränkebranche – Abfüller, Handel und Packstoffhersteller, Betreiber von Sammel- und Verwertungssystemen sowie Verwerter – haben sich freiwillig verpflichtet, Verpackungen umweltfreundlicher zu gestalten. Seit dem Startschuss 2008 bis Ende 2016 wurden mit direkten und indirekten Maßnahmen rund 355.000 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart. Das sind über 20 Prozent der durch Verpackungen verursachten Treibhausgasemissionen. Möglich machten dies Maßnahmen entlang der gesamten Prozesskette – von der Herstellung bis zur Wiederverwertung der Getränkeverpackungen.

So wurde eine benutzerfreundliche, gewichtsreduzierte Split-Box für Glasgebinde eingeführt, damit Mehrwegverpackungen bequemer nach Hause getragen werden können. Zudem wurde das Gewicht von PET-Einwegflaschen und Aludosen stark reduziert, was den Rohstoffeinsatz verringert. Kürzlich wurde die Nachhaltigkeitsagenda bis 2030 verlängert: mit einer neuerlichen CO2-Reduktion als Vorgabe zum aktiven Klimaschutz, Maßnahmen gegen Littering – das achtlose Wegwerfen von Müll in der Öffentlichkeit – und einem neuen Schwerpunkt zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen.

Initiativen gegen unnötigen Abfall

  • Reinwerfen statt Wegwerfen: Diese Kampagne sensibilisiert mit vielen Aktionen gegen das achtlose Wegwerfen von Verpackungen und Abfall auf der Straße und in der Natur.
  • Jede Dose zählt: Unter dem Motto „Gib der Dose eine zweite Chance“ motiviert die europaweite Initiative zum Recycling von Getränkedosen.

GREENFOODS: Für eine klimaschonende Lebensmittelherstellung

Eine weitere wichtige Initiative ist das europaweite Projekt GREENFOODS. Es unterstützt Lebensmittel- und Getränkeproduzenten dabei, ihre Wettbewerbsfähigkeit durch mehr Energieeffizienz und geringere CO2-Emissionen zu verbessern und so die europäischen Standorte nachhaltig zu sichern. Im Rahmen des Projekts wurden über 200 Energieaudits in 45 Unternehmen durchgeführt. Elf Betriebe – darunter zwei Bäckereien und eine Brauerei in Österreich – setzten die aufgezeigten Optimierungsmaßnahmen sofort um.

Das aus dem Projekt entstandene GREENFOODS-Training ist speziell auf den Bedarf der Lebensmittelindustrie zugeschnitten. Es hilft den Unternehmen dabei, ihre Fitness in Sachen Energieeffizienz und Klimaschutz auszubauen. Vermittelt werden Praxiswissen zu Energieaudits, Evaluierung von Produktionsprozessen und erneuerbaren Energien. Zudem entstand in Wien so wie auch in anderen Teilnehmerländern ein virtuelles Energie-Kompetenz-Zentrum für die Beratung, den Wissenstransfer und die Vernetzung unter den Unternehmen.

  • Nachhaltigkeitsagenda. Information der Wirtschaftskammer Österreich auf wko.at (abgerufen am 6. Oktober 2017)
  • PET to PET. Informationen zur Wiederverwertung von Getränkeverpackungen (abgerufen am 6. Oktober 2017) 
  • GREENFOODS. Informationen zum Angebot für Lebensmittelhersteller (abgerufen am 6. Oktober 2017)