Zu Beginn des Wertschöpfungsprozesses in der Lebensmittelindustrie wird die Rohware sorgfältig kontrolliert.

Foto: Ales-A / iStock

Industrie

Wertschöpfung durch die Lebensmittel­­industrie

Mehr als 200 österreichische Lebensmittel­­hersteller sichern täglich die Versorgung von 8,6 Millionen Menschen. Und sie schaffen Mehrwert – sowohl mit Arbeits­­plätzen als auch mit Steuern und Sozial­­beiträgen.

Die österreichische Lebensmittelindustrie ist ein Wachstumsmotor und Garant für Wohlstand. Eine aktuelle Studie der Economica GmbH zum volks- und regionalwirtschaftlichen Fußabdruck der Lebensmittelindustrie zeigt: Von ihrer Arbeit profitieren viele weitere Branchen – wie die Landwirtschaft, der Groß- und Einzelhandel, die Gastronomie, aber auch Logistik oder Transport.

Über 16 Milliarden Euro Bruttoproduktionswert

Die Lebensmittelindustrie zählt zu den bedeutendsten Sektoren der heimischen Wirtschaft. Ihre Hersteller erwirtschaften einen Bruttoproduktionswert von 16,3 Milliarden Euro. Das heißt: Sie produzieren Güter, Halb- und Fertigwaren in diesem Gegenwert. Das entspricht gut 10 Prozent der gesamten industriellen Wertschöpfung Österreichs. Zieht man die Vorleistungen – beispielsweise für Rohstoffe – sowie Einkommenseffekte davon ab, so beläuft sich die Gesamtwertschöpfung der Branche auf etwa 9,8 Milliarden Euro. Dieser Wert ist mit der Wertschöpfung des Sektors der Finanzdienstleistungen (9,6 Milliarden Euro) oder der Informations- und Kommunikationsbranche (9,9 Milliarden Euro) vergleichbar.

Der Bruttoproduktions­wert der Lebensmittel­industrie beträgt 16,3 Milliarden Euro.

Positiver Einfluss auf viele weitere Branchen

Die Lebensmittelindustrie beeinflusst über Verflechtungen fast alle Sektoren der Wirtschaft. Über die Produktion von Nahrungsmitteln und Getränken hinausgehend sind die Lebensmittelhersteller in vielen weiteren Branchen tätig. Dazu zählen die Landwirtschaft ebenso wie der Groß- und Einzelhandel, die Gastronomie sowie Logistik und Transport. Jeder Euro, den die Lebensmittelindustrie erwirtschaftet, löst weitere 1,23 Euro Wertschöpfung in anderen Branchen aus.

Jeder von der Lebensmittelindustrie erwirtschaftete Euro löst zusätzlich 1,23 Euro Wertschöpfung in weiteren Branchen aus.

Lebensmittelindustrie ist wichtiger Jobmotor

Rund 3,5 Prozent der Erwerbstätigen in Österreich arbeiten direkt oder indirekt für die Lebensmittelindustrie. Jeder Arbeitsplatz in dieser Branche bewirkt die Schaffung oder Absicherung von weiteren knapp zwei Arbeitsplätzen in Österreich. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Industrie-Multiplikator liegt bei 1,5 bis 1,8. Gründe für das überdurchschnittliche Abschneiden der Lebensmittelindustrie sind die langen Wertschöpfungsketten sowie die hohe Anzahl an Vorleistungen. Diese werden in der Branche zu einem großen Teil aus Österreich bezogen. Ein Wertschöpfungsabfluss ins Ausland fällt dadurch gering aus.

Jeder neue Arbeitsplatz in der Lebensmittelindustrie schafft zwei weitere Arbeits­plätze.

Hoher Mehrwert durch Steuern und Abgaben

Das durch die Lebensmittelindustrie generierte Steueraufkommen 2017 belief sich auf 3,9 Milliarden Euro – 1,7 Milliarden davon erzeugte die Lebensmittelindustrie selbst. Zum Vergleich: Das entspricht etwa der Mineralölsteuer (4,6 Milliarden Euro) oder den Sozialversicherungsbeiträgen der selbstständigen Österreichinnen und Österreicher (3,4 Milliarden Euro).

4 von 10 der von der Lebensmittelindustrie erwirtschaf­teten Euro fließen über Steuern und Abgaben an den Staat zurück.

Fakten zur Wertschöpfung der Lebensmittelindustrie

  • Bruttoproduktionswert: 16,3 Milliarden Euro
  • Bruttowertschöpfung: 9,8 Milliarden Euro
  • Anteil an der Bruttowertschöpfung Österreichs: 3 Prozent
  • Anteil an den Erwerbstätigen Österreichs (in Köpfen): 3,5 Prozent