Frau wirft Buntglasflasche in den Container: Tipps zum richtigen Sammeln von Lebensmittelverpackungen in Österreich.

Foto: ARA/Lukas Maximilian

Tipps & Service

Lebensmittel­verpack­ungen richtig sammeln

Nur richtig getrennte Altstoffe können recycelt und als Rohstoff für neue Produkte eingesetzt werden. Was es beim Müll­trennen und Sammeln von Lebensmittel­verpackungen in Österreich zu beachten gilt? Das lesen Sie hier.

Darf das Milchpackerl im Altpapier landen? In welchen Behälter gehört der leere Pizzakarton? Und warum Weiß- und Buntglas trennen? Das Mülltrennen und Sammeln von Lebensmittelverpackungen wird in Österreich nicht in jedem Bundesland gleich gehandhabt. Was bei den verschiedenen Packstoffen zu beachten ist, zeigen die folgenden Tipps.

Glasverpackungen

Viele Getränke und manche Lebensmittel sind in Glasverpackungen erhältlich. Dazu gehören Konservengläser, Kondensmilch- und Limonadenflaschen ebenso wie Bier-, Wein- und Spirituosenflaschen. Sie werden nach der Sammlung eingeschmolzen und wieder zu neuen Glasbehältern verarbeitet. Bei der Entsorgung von Glasabfällen ist Folgendes zu beachten:

  • Weiß- und Buntglas trennen. In den Weißglasbehälter kommen alle ungefärbten Glasverpackungen. In den Buntglasbehälter gehören gefärbte Verpackungen – dazu zählt auch leicht eingefärbtes Glas. Die exakte Trennung ist wichtig, um die Qualitätsanforderungen beim Recycling zu erfüllen. Schon kleine Mengen an Buntglas können die Farbe von Weißglas stören.
  • Etiketten dürfen bleiben. Etiketten auf Glasverpackungen müssen vor dem Einwerfen nicht entfernt werden.
  • Behälter vollständig entleeren. Vor dem Einwerfen sollten Glasbehälter komplett entleert sein.
  • Ganze Behälter einwerfen. Glasverpackungen sollten nicht unnötig zerschlagen werden – denn je kleiner die Scherben sind, umso schwieriger ist das Aussortieren von Fremdstoffen.
  • Ruhezeiten beachten. Um Lärmbelästigung zu vermeiden, sollten die Ruhezeiten beim Glasentsorgen beachtet werden.

Pfandflaschen – also Mehrwegflaschen – sollten nicht im Glascontainer landen, sondern in den Handel zurückgebracht werden. Den Pfandeinsatz erhält man dabei zurück. Diese Flaschen werden gereinigt und wiederbefüllt.

Die Fünf Stufen der Abfallhierarchie

Ziel der modernen Abfallwirtschaft ist, dass weniger Abfall anfällt. Wertvolle Rohstoffe und Energie sollen effizient eingesetzt werden. Die EU-Abfallrahmenrichtlinie (Richtlinie 2008/98/EG) führte dazu eine fünf-stufige Abfallhierarchie ein:

  1. Abfall vermeiden
  2. Wiederverwenden
  3. Recyceln
  4. Anderweitig verwerten
  5. Beseitigen

Metallverpackungen

Lebensmittelverpackungen aus Metall umfassen Getränke- und Konservendosen ebenso wie Menüschalen von Fertiggerichten. Sie alle werden in Österreich gesammelt. Je nach Bundesland steht dafür die Gelbe Tonne oder die Gelb-Blaue Tonne (ab April 2020 flächendeckend in Wien, ab Juli mit blauer Einwurföffnung) oder der Gelbe Sack zur Verfügung. Die gesammelten Verpackungen werden zerkleinert, automatisch sortiert und kommen dann in der Stahl- oder Aluminiumindustrie als Sekundärrohstoff zum Einsatz. Bei der Entsorgung der Metallabfälle ist Folgendes zu beachten.

  • Nur reines Metall einwerfen. Alubeschichtete Kunststoffverpackungen haben in der Metalltonne nichts verloren.
  • Auch Deckel und Verschlüsse sammeln. Deckel von Joghurtbechern aus Aluminium werden ebenso gesammelt wie Metallverschlüsse und -deckel von Gläsern und Flaschen.
  • Getränkedosen flachdrücken. Getränkedosen leer und flach zusammengedrückt einwerfen. Das spart wertvollen Platz im Sammelbehälter.
  • Konservendosen leeren. Dosen mit festem Inhalt sollten vor der Entsorgung grob gereinigt werden. 

Leichtverpackungen aus Kunststoff

Zu Kunststoffverpackungen gehören beispielsweise Getränkeflaschen, Joghurtbecher, Milch- und Getränkeverbundkartons (Tetra Pak), Essig- und Speiseölflaschen. Die Sammlung solcher Leichtverpackungen erfolgt in der Gelben Tonne, der Gelb-Blauen Tonne (ab April 2020 flächendeckend in Wien, ab Juli mit blauer Einwurföffnung) oder dem Gelben Sack – hier gibt es jedoch regionale Ausnahmen. Die Kunststoffverpackungen werden stofflich verwertet und zur Herstellung neuer Produkte verwendet. Nicht verwertbares Material wird als Brennstoff genutzt. Bei der Entsorgung der Kunststoffabfälle ist Folgendes zu beachten:

  • Leere und saubere Verpackungen. Kunststoffverpackungen sollten geleert und sauber abgegeben werden.
  • Getränkekartons sammeln. Auch Milchpackerl werden aufgrund ihrer Kunststoffbeschichtung mit Kunststoffen gesammelt. Sie gehören weder ins Altpapier noch in den Restmüll.

Papier- und Kartonverpackungen

Verpackungen aus Papier sollten im Altpapier gesammelt werden. Dazu gehören Karton- oder Pappschachteln, beschichtete Verpackungen mit der Aufschrift „gefaltet zum Altpapier“ sowie saubere Tiefkühlverpackungen oder Pizzaschachteln. Die gesammelten Verpackungen werden zu neuen Papierprodukten verwertet. Bei der Entsorgung der Papiere und Kartonagen ist Folgendes zu beachten:

  • Verpackungen zusammenlegen. Schachteln und Kartons sollten gefaltet und flach zusammengelegt werden, um Volumen zu sparen.
  • Ganze Verpackungen einwerfen. Das Papier soll nicht in Stücke gerissen werden, da kleine Papierstücke den Sortiervorgang erschweren.
  • Fremdmaterial entfernen. Sonstiges Verpackungsmaterial wie Kunststoffhüllen oder Styropor sind vor dem Entsorgen zu entfernen.
  • Nur sauberes Papier sammeln. Fettiges Papier sollte nicht im Altpapier, sondern im Restmüll entsorgt werden. Auch fettige Pizzakartons gehören nicht ins Altpapier.

Mülltrennung: So machen es die Bundesländer

Die Müllsammlung unterscheidet sich nicht nur von Bundesland zu Bundesland, sondern läuft auch in einzelnen Gemeinden unterschiedlich ab. Hier finden Sie die wichtigsten Institutionen und Tipps im Überblick:

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