Eine lächelnde Frau beim Einkauf von Lebensmitteln im Supermarkt.

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Industrie

Lebensmittel­konsum: So isst Österreich

Was essen die Österreicherinnen und Österreicher? Wie hoch sind ihre Ausgaben für Nahrungsmittel und Getränke? Und wie hat sich der Lebensmittelkonsum seit der Nachkriegszeit entwickelt? Die wichtigsten Fakten und Zahlen.

Unsere Ansprüche an Nahrungsmittel und Getränke sind hoch: Sie sollen satt machen, zum Genuss einladen, gut schmecken – und dazu auch noch lange haltbar, einfach zuzubereiten und günstig sein. Der Blick in die Kühlschränke der Österreicherinnen und Österreicher spiegelt die gestiegenen Erwartungen wider: Noch nie zuvor war das Angebot an Lebensmitteln so vielfältig, hochwertig und preiswert wie heute.

Lebensmittelkarten in der Nachkriegszeit

Dieser hohe Standard bei Lebensmitteln war nicht immer selbstverständlich. Viele ältere Menschen in Österreich wissen noch gut, was es heißt, Hunger zu leiden. In den ersten Jahren nach dem zweiten Weltkrieg schränkten abgeschottete Märkte, aufwendige Transporte und knappe Rohstoffe das Angebot an Lebensmitteln stark ein. Die Verteilung der Lebensmittel wurde überwacht und mit Lebensmittelkarten organisiert. Noch in den 1950er-Jahren waren Fleisch und Obst sehr teuer, Fisch oder Südfrüchte wie Bananen waren kaum erhältlich. Wenn doch, dann kamen sie nur zu besonderen Anlässen auf den Speiseplan.

Konsum von Fleisch, Gemüse und Obst verdoppelt

Dieses Bild hat sich entscheidend gewandelt. Dank des Wegfalls der innereuropäischen Grenzen, effizienter Transport- und Kühlwege sowie der modernen Verarbeitung bietet sich nun eine enorme Produktvielfalt in allen Geschmacksrichtungen. Viele der aktuell verfügbaren Lebensmittel gab es früher noch gar nicht. Durch das erweiterte Angebot hat sich der Konsum in einzelnen Warengruppen enorm erhöht. Das zeigen auch die Daten des Lebensministeriums zu Lebensmitteln in Österreich: Im Jahr 2013 verbrauchte jede Österreicherin und jeder Österreicher durchschnittlich rund 111 Kilo Gemüse, 98 Kilo Fleisch und 78 Kilo Obst pro Jahr – das ist fast doppelt so viel wie vor 70 Jahren.

Rund 350 Euro pro Monat für Lebensmittel und alkoholfreie Getränke

Dazu kommt: Der Anteil von Essen und Trinken an den Gesamtausgaben eines Haushalts ist stark gesunken. In den 1950er-Jahren gaben die Österreicherinnen und Österreicher fast die Hälfte ihres Budgets für Lebensmittel aus. Heute entfallen etwa 12 Prozent der Haushaltausgaben auf Ernährung und alkoholfreie Getränke (ohne Außer-Haus-Konsum). Das entspricht rund 350 von durchschnittlich 2.990 Euro pro Haushalt und Monat, so die letzte Konsumerhebung der Statistik Austria. Laut den Zahlen von Eurostat sind es sogar nur 9,9 Prozent. Ernährung ist damit bei den Ausgaben an dritter Stelle – auf Platz eins liegt Wohnen und Energie, gefolgt von Verkehr. In frische Produkte werden übrigens 130 Euro pro Monat investiert.

Außer-Haus-Essen nimmt zu

Rund 41 Prozent der täglich zugeführten Energie nehmen die Österreicherinnen und Österreicher außer Haus zu sich. In der Regel werden Abendessen und Spätmahlzeiten in den eigenen vier Wänden verzehrt – Frühstück und Mittagessen häufiger außerhalb, so die Daten des Ernährungsberichts 2017. Das erste Österreichische Genussbarometers des forum. ernährung heute ging der Motivation fürs Essen außer Haus auf den Grund: Neben beruflichen Gründen werden gerne auch das gesellige Beisammensein und die eigene Bequemlichkeit genannt.

  • Eurostat: Zahlen zum Lebensmittelkonsum in Europa. Zur Verfügung gestellt von der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie 
  • Gruber, Marlies: Erstes Österreichisches Genussbarometer. Vom 15. Juli 2009. Auf forum. ernährung heute (abgerufen am 1. Dezember 2017)
  • Lebensmittel in Österreich: Zahlen-Daten-Fakten 2013. Herausgegeben vom Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft (2015)
  • Österreichischer Ernährungsbericht 2017. Herausgegeben vom Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (2017)
  • Statistik Austria: Konsumerhebung 2014-15
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