Grüner Wald: Klimaneutral zu werden und die Natur zu schützen ist ein Ziel des European Green Deal.

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Lebensmittel

Im Blickpunkt: Der europäische Grüne Deal

Mit dem europäischen Grünen Deal hat die EU ihre Strategie für eine nachhaltige Wirtschaft veröffentlicht. Wir zeigen beispielhaft, was der Grüne Deal für das europäische Lebensmittel­system vorsieht.

Die Europäische Union verfolgt ein ambitioniertes Ziel: bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent zu werden. Am 11. Dezember 2019 präsentierte die EU-Kommission dazu eine nachhaltige Wachstumsstrategie – den europäischen Grünen Deal (European Green Deal).

Eine nachhaltige europäische Wirtschaft als Ziel

Der europäische Grüne Deal fördert den effizienten Umgang mit Ressourcen und soll den Übergang zu einer europäischen Kreislaufwirtschaft beschleunigen. Dabei geht es darum, den Klimawandel zu bekämpfen, die Umwelt zu schützen, die Biodiversität zu erhalten und den Anteil des ökologischen Landbaus zu erhöhen. Die Basis bilden bestehende EU-Rechtsvorschriften sowie übergeordnete Entwicklungsziele wie die Sustainable Development Goals (SDGs) der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Auf einen Blick: Die verschiedenen Elemente des europäischen Grünen Deals.

Auf einen Blick: Die verschiedenen Elemente des europäischen Grünen Deals. Infografik: Mitteilung der Kommission: Der europäische Grüne Deal.

Folgen für das europäische Lebensmittelsystem

Der europäische Grüne Deal umfasst neun verschiedene Politikbereiche. Zwei dieser Bereiche – die „Vom Hof auf den Tisch-Strategie“ sowie die geplanten Maßnahmen zur Erhaltung der Biodiversität – wirken sich direkt auf das Lebensmittelsystem aus. Zusätzlich soll im Sommer 2021 eine EU-Forststrategie veröffentlicht werden. Wir stellen Ihnen diese Strategien beispielhaft vor.

  • „Vom Hof auf den Tisch“ – für ein neues Lebensmittelsystem
    Ein Teil des Grünen Deals ist eine Strategie für ein faires, gesundes und umweltfreundliches Lebensmittelsystem. Unter dem Motto „Vom Hof auf den Tisch“ („From Farm to Fork“) veröffentlichte die EU-Kommission am 20. Mai 2020 einen Fahrplan mit konkreten Maßnahmen. Dahinter steht die Vision, die Versorgung der Europäerinnen und Europäer mit leistbaren und nachhaltigen Lebensmitteln zu gewährleisten. Dies schließt die gesamte Lebensmittelkette ein: von der Produktion der agrarischen Rohstoffe über die Herstellung der Lebensmittel bis hin zur Verbraucherin und zum Verbraucher.
  • Biodiversität – die biologische Vielfalt fördern
    Ein weiterer Teil des Grünen Deals ist die EU-Biodiversitätsstrategie 2030. Die Lebensmittel- und Getränkeindustrie zählt zu den Branchen, die der Verlust der biologischen Vielfalt am stärksten betrifft. Denn dieser wirkt sich auch auf die Ernährung und die Ernährungssicherheit aus. Im Fokus steht daher die Wiederherstellung von Ökosystemen – unter anderem durch nachhaltige landwirtschaftliche Verfahren, weniger Flächenverbrauch sowie der Schutz und die Ausweitung der Wälder.
  • EU-Forststrategie – die Entwaldung verringern
    Wälder bedecken rund 40 Prozent der EU-Landfläche. Ihre nachhaltige Bewirtschaftung sowie die Verringerung der Entwaldung spielen eine große Rolle im Kampf gegen den Klimawandel. Hauptziele der EU-Forststrategie werden die wirksame Aufforstung sowie die Erhaltung und Wiederherstellung der Wälder in Europa sein. Um der Entwaldung entgegenzuwirken, wird die EU-Kommission auch Maßnahmen ergreifen, um eingeführte Erzeugnisse und Wertschöpfungsketten zu fördern, die nicht mit Entwaldung und Waldschädigung in Verbindung stehen. Als potenziell betroffene Erzeugnisse sieht die EU-Kommission etwa Soja, Palmöl, Kaffee oder Kakao.

Der Green Deal für eine nachhaltige EU-Wirtschaft umfasst alle Wirtschaftssektoren – darunter auch die Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Die heimischen Lebensmittelhersteller setzen neue europäische Vorgaben für mehr Nachhaltigkeit in der Lebensmittelkette gerne um.

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